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Dänische Film- und Fernsehkultur

Auf dieser Seite möchten wir einen Überblick über die Film- und Fernsehlandschaft in Dänemark geben und Ihr und Euer Interesse an der dänischen Film- und TV-Kultur (weiter) wecken.

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Sidse Babett Knudsen in 'Borgen' // dir. Adam Price

Nicht nur unter Filmfans ist „der dänische Film“ seit längerem bereits ein Begriff; nun gesellt sich zu ihm auch in Österreich ein weiteres Genre, das potentiell eine noch größere Reichweite beim Publikum haben kann: erfolgreiche dänische TV-Serien wie Gefährliche Seilschaften (Borgen) oder Kommissarin Lund (Forbrydelsen).

Gute Geschichten in Serie
Dem Hype um nordische Krimi-Geschichten – sei es in Buchform (Jussi Adler-Olsen), Kinofilm (Die Verfilmung von Olsens „Erbarmen“) oder TV-Serie (Kommissarin Lund), scheint sich der Rest Europas – und nicht nur der Europas - derzeit kaum entziehen zu können. Neben Sofie Gråbrøl als Kommissarin Sarah Lund ermittelt in der dänisch-schwedischen Ko-Produktion „Die Brücke – Transit in den Tod“ (Broen) ein dänisch-schwedisches Polizeiteam in der Öresundregion – und in den Wohnzimmern von Fernsehzuschauern überall auf der Welt.

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Darsteller aus Kommissarin Lund  // dir. Søren Sveistrup

Krimis und Polit-Drama
Die dänischen Krimiserien greifen nicht nur einfach einzelne Kriminalfälle auf - nein, sie schaffen es durch das Begleiten der Hauptpersonen und das Erzählen der persönlichen Geschichten der einzelnen Charaktere, ein  Bild der dänischen Gesellschaft und ihrer Probleme zu zeichnen. Das ist, so die Einschätzung von TV-Journalisten und den Produzenten, auch das Geheimnis hinter dem Erfolg einiger anderer dänischer TV-Serien, wie „Gefährliche Seilschaften“ (Borgen), der Serie rund um die fiktive dänische Staatsministerin Birgitte Nyborg.

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Sofia Helin in 'Die Brücke'

Das Erfolgsgeheimnis?
Der genaue Blick für die einzelnen Charaktere einerseits und die Gesellschaft andererseits kennzeichnet weitgehend auch den klassischen dänischen Kinofilm.
Doch was macht den dänischen Film so erfolgreich? Der Erfolg und die Beliebtheit bei Publikum und in Fachkreisen ist nicht auf ein einziges Konzept oder Genre zu beschränken.

Schwere Themen und schwarzer Humor
Eine Vielfalt an Produktionen aus dem kleinen Filmland Dänemark strömt in die internationalen Kinosäle und auf die Bildschirme.

Häufig werden soziale Missstände und die psychischen Abgründe einzelner, nicht selten gescheiterter Persönlichkeiten filmisch mit einer solchen Intensität thematisiert, dass ein Verstehen und eine Identifikation des Zusehers mit den Charakteren und Geschichten kaum ausbleiben, wie Filme wie „Festen“, „Jagten“, oder „Antichrist“ zeigen. Überzeugende schauspielerische Leistungen wie vom auch international gefragten Schauspieler Mads Mikkelsen und leidenschaftliche und professionelle Arbeit von Regisseuren wie Lars von Trier, Susanne Bier oder Thomas Vinterberg, der ja auch am Burgtheater in Wien tätig war, sind ausschlaggebend für das Gelingen solcher Filme. 

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Henning Moritzen in 'Festen' // dir. Thomas Vinterberg

Gleichzeitig verstehen es dänische Filmemacher den nordischen, oft schwarzen Humor so zu erzählen, dass auch „Südländer“ lachen können, wie die Klassiker „In China essen sie Hunde“, „Dänische Delikatessen“ oder der 2012 in Österreich gezeigte „Superclassico“ von Ole Christian Madsen beweisen.
Der kontemporäre dänische Film ist geprägt von einer Vielfalt an Themen und einem vielleicht typisch dänischen, oft sehr direkten, fast provokativen Zugang zu diesen Themen.

Der Blick auf die reale Welt - Dänische Dokumentarfilme
In den letzten Jahren sind auch einige mutige und sehenswerte dänische Dokumentarfilme entstanden, wie „The Act of Killing“ von Joshua Oppenheimer, der zuletzt in Wien auf der Viennale gezeigt wurde (Interview mit Oppenheimer im Standard ) oder „Ambassadøren“ (Der Botschafter) von Mads Brügger über gekaufte diplomatische Identitäten und illegale Geschäfte in der Zentralafrikanischen Republik.
Der aktuelle dänische Dokumentarfilm fokussiert stark auf die Themen Menschenrechte und soziale Missstände und die Macher versuchen Geschichten aufzudecken und zu erzählen, die nicht per se Mainstream sind.

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'The act of killing' // dir. Joshua Oppenheimer

Internationaler Erfolg starker Charaktere
Die dänischen Filmemacher, die Regisseure und TV-Produzenten haben international großen Erfolg, sowohl auf Festivals (nicht zuletzt auf der Viennale, bei This Human World oder espressofilm hier in Österreich) als auch beim breiten Publikum. Bekannteste Namen sind sicher die der Regisseurin Susanne Bier und Lars von Trier, des Schauspielers Mads Mikkelsen oder eben die Serien-Charaktere der Kommissarin Sarah Lund und der fiktiven Staatsministerin Birgitte Nyborg aus „Gefährliche Seilschaften“.  

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Mads Mikkelsen in 'Jagten' // dir. Thomas Vinterberg

Der dänische Film ist geprägt von starken Männern und Frauen, von realistischen, mitunter schmerzhaften Geschichten über das Leben, die Politik und den Lauf der Welt. Gleichzeitig sind es nicht nur die „großen Namen“, die auch international erfolgreich sind.

Traditionelles Filmland Dänemark
Nachdem der erste dänische Film 1897 von Peter Elftes gedreht worden war und mit der Nordisk Films Kompagni 1906 die erste Filmgesellschaft gegründet war, begann ein abwechslungsreiches Jahrhundert für den dänischen Film. Vom Debut des international erfolgreichen Regisseur Charl Th. Dreyer, über Volks-Komödien und Dokumentarfilme (Danmark von Pouls Henningsen) in den 30ern, der Gründung der Dänischen Filmschule 1966, hin zum Aufkommen von Film-Serien (Olsen-Bande) und dem Aufheben der Zensur für sexuelle  Inhalte in den 60ern.

Mit dem Film-Gesetz 1972, das die staatliche Förderung von Filmschaffen einführte, kamen auch bald erste internationale Erfolge  wie die Oscar-Auszeichnungen für „Pelle der Eroberer„ von Bille August  und Gabriel Axels Blixen-Verfilmung „Babetts Fest“ in den 80ern.

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Maria Falconetti in 'The Passion of Joan of Arc' // dir. Carl Theodor Dreyer

Der neuere dänische Film
Der internationale Erfolg setzte sich über die Dogma-Bewegung und sozialrealistische Dramen wie „Das Fest“ von Thomas Vinterberg und Komödien wie „Adams Äpfel“ in den 90ern fort. Seit der Jahrtausendwende reihen sich die Erfolge von dänischen Filmen (wie der Oscar für „In a Better World“ von Susanne Bier), Regisseuren (Trier, Bier, Refn), Schauspielern (Mads Mikkelsen) und nun zuletzt auch TV-Serien aneinander.

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Charlotte Gainsbourg in 'Nymphomaniac' // dir. Lars von Trier

Mehr über die Geschichte des dänischen Films können Sie auf den Seiten des Dänischen Filminstituts lesen (auf Englisch).

 Der dänische Film – ein gesellschaftliches Projekt
Die richtigen Geschichten überhaupt erkennen zu können, müssen Regisseure, Autoren und Produzenten erst lernen. Und wenn diese Geschichten dann filmisch erzählt worden sind, müssen sie beim Publikum in Dänemark und im Rest der Welt ankommen. Das Zusammenspiel von Dänischem Filminstitut (DFI), der Dänischen Filmschule und den öffentlich-rechtlichen, wie auch den privaten Einrichtungen spielt hierbei eine zentrale Rolle.

Die Staatsinstitution DFI fungiert als Schlüsselstelle zwischen Produzenten, Regisseuren, dem Staat und dem Publikum. Es unterstützt die Entwicklung, Produktion und Distribution von dänischen Filmen und internationalen Co-Produktionen. Außerdem ist es Aufgabe des DFI „Filmerziehung“ in Dänemark zu leisten und die internationale Promotion dänischer Filme voranzutreiben.

Mehr über die konkreten Aufgaben des DFI können Sie auf dessen Homepage finden.

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